Geschlechtergerechte Sprache löst kein Problem

Liebe Leser:innen, Leser*innen oder doch lieber Lesende?!?

Geschlechtergerechte Sprache. Ich weiß, das Thema brennt der oder dem Einen oder Anderen (wie schreibe ich denn das nun gendergerecht richtig?) total unter den Nägeln. Mir auch!

Nur was bringt uns und unserer Gesellschaft eigentlich dieses #Gendern? Bringt es uns tatsächlich eine höhere Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern? Fühlen sich die Frauen besser? Die Männer? Oder die 20 Diversen in Deutschland? Und ja, es sind nur 20 Bürger:innen, Bürger*innen bzw. Bürgende – tut mir leid, ich muss das hier so schreiben –, die in den Standesämtern beantragt haben, den Geschlechtseintrag ändern zu lassen (Stand 2019).

Ich glaube, Gendern führt zu keiner Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Es führt jedoch dazu, dass unsere Sprache verhunzt wird. Und es führt dazu, dass die Lesbarkeit von Texten leidet. Die eigentlichen Probleme hingegen werden nicht gelöst, sie werden nur überdeckt. Ich sage es mal frei heraus:

Weder ein Doppelpunkt noch ein Sternchen lösen die Geschlechter(un)gerechtigkeit!

Gibt es nichts Wichtigeres?

Ich selbst habe Verwandte und Freunde sowohl in und um Hamburg als auch in den neuen Bundesländern. Wenn ich erfahre, wie sie entlohnt werden, kann ich nur den Kopf schütteln. Zwischen Ost und West – auch 30 Jahre nach der Wende – herrscht genauso eine Gehälterungerechtigkeit wie zwischen Frau und Mann. Und trotz dieser wirklich existierenden Ungerechtigkeiten werden lieber völlig neue, mit Pünktchen und Sternchen versehene oder ver-neutrum-te Wortkreationen entwickelt, um Frauen den Männern „gleich zu machen“. Wie gesagt:

Weder ein Doppelpunkt noch ein Sternchen lösen die Geschlechter(un)gerechtigkeit!

Das generische Maskulinum

In der Diskussion um den Doppelpunkt oder das Sternchen wird obendrein gern vergessen, dass wir im Deutschen seit jeher zwischen dem grammatischen und dem biologischen Geschlecht unterscheiden. Deshalb gibt es auch das generische Maskulinum, das sowohl Weibliches, Männliches und von mir aus auch Diverses in einem Begriff zusammenfasst. „Keiner“, „Jeder“, aber auch „Bürger“, „Wähler“ und „Kunden“ gehören z.B. dazu.

Und wer sich an diesen Wörtern stört, darf doch gern „Liebe Kunden und Kundinnen“ schreiben. Das tue ich nämlich auch.

Steffan Nethe,
LKR Hamburg

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.